Sie bauen also Ihre eigene Bever-Marke auf. Spielt Nachhaltigkeit dabei noch eine Rolle?
„Nachhaltigkeit beginnt für uns damit, dass wir nur qualitativ hochwertige Waren verkaufen. Produkte, die lange halten und reparierfähig ist. Wir möchten uns von Beispielen aus der Modebranche fernhalten, wo man das Produkt nach zweimaligem Tragen wegwerfen kann. Das bedeutet nicht, dass wir nur das höhere Preissegment anbieten, sondern wir verkaufen immer die hochwertigste Ware in einem bestimmten Segment. In jeder Preisklasse gibt es ein solides und hochwertiges Produkt. Und dafür zahlt man am Anfang vielleicht etwas mehr, aber es hält tatsächlich länger. Wir verlängern diese Lebensdauer noch weiter, indem wir bei einer guten Wartung und Reparatur helfen, wenn etwas kaputt ist. Wenn ein Produkt wirklich kaputt ist oder nicht mehr verwendet werden kann, geben wir dem Produkt das höchstmögliche zweite Leben.“
Wie wird man eigentlich CEO?
„Ich weiß nicht, ob es dafür einen festen Weg gibt. In meinem Fall konnte ich als Berater fünf Jahre lang an vielen Orten einen Blick hinter die Kulissen werfen und lernen, wie die Dinge in Unternehmen funktionieren. Diese Zeit hat mich wirklich geprägt. Es war aber auch gut, dass ich weitergezogen bin. Ein längerer Aufenthalt hätte mich nicht weitergebracht. Es hilft, sich immer wieder zu überlegen, wo man hin will, beruflich und privat.
Und dann loszulegen. Auch ein Abstecher ins Ausland oder gar ein Schritt zurück in der Hierarchie, um eine andere Disziplin zu entwickeln, kann auf Dauer wertvoll sein. Denn wenn man auf der Stelle tritt, auch wenn es noch so bequem ist, wird man sich nicht weiterentwickeln. Herumsitzen und darauf zu warten, dass Top of Minds anruft, wird nicht viel ändern. Man muss selbst Erfahrungen sammeln und ein Gleichgewicht zwischen der Breite und der Tiefe des Fachwissens herstellen. Auch das Erlernen von Führungsqualitäten ist ein entscheidendes Element. Wenn man weiß, wohin man will und die notwendigen Fähigkeiten und Disziplinen entwickelt hat, kann man proaktiv entsprechend handeln.”
Was würden Sie Ihren Kindern beruflich empfehlen?
„Erkennt eure Leidenschaft und verfolgt diese aktiv. Auf dieser Welt kommt niemand zu dir. Versuche herauszufinden, was du willst, und gebe dein Bestes, um dies zu verwirklichen.“